Zero Waste für Anfänger – ungefähr 10 Tipps

„Plastikreduziert leben ist viel zu schwierig. Und außerdem viel zu teuer!“ Wie oft hört man diesen Satz… Dabei stimmt das nicht. Die eigene Tasche mit zum Einkaufen zu nehmen, sollte selbstverständlich sein. Deshalb sind hier ungefähr 10 Tipps fürs müllreduzierte Leben, die weder besonders aufwändig noch deutlich teurer sind.

1. Obst- und Gemüsenetze

Mal ehrlich: diese Plastikbeutel in der Obst- und Gemüseabteilung können absolut nichts. Sie verursachen völlig überflüssigen Müll und sind auch noch sehr instabil. Die Alternative dazu ist so einfach wie selbstverständlich: wiederverwendbare Obst- und Gemüsenetze. Die gibt es inzwischen in vielen Supermärkten zu Mitnehmen und Wiederverwenden. Natürlich kann man Gemüse auch sehr gut komplett ohne Verpackung mitnehmen, bei „Kleinteilen“ wie Pilzen ist das jedoch etwas schwieriger. Dafür sind Obst- und Gemüsenetze die perfekte Wahl.

2. Verpackungsfreie Kosmetik

Verpackungsfreie Kosmetik gibt es schon lange nicht mehr nur in Unverpackt-Läden, sondern auch in der Drogerie. Shampoo, Duschgel, Handwaschseife und selbst Haarspülung (die Liste der Möglichkeiten ist nahezu unbegrenzt) kann man ohne Verpackung und ohne künstliche Inhaltsstoffe oder Mikroplastik bekommen. Erstmal sind diese Dinge ein paar Euro teurer – sie halten jedoch auch ungefähr drei Mal so lange. Das lohnt sich also definitiv. Auch beispielsweise Zahnputzutensilien gibt es in nachhaltigen Alternativen und (plastik)-verpackungsfrei.

3. Brotbeutel

Ebenso wie Obst und Gemüse lassen sich auch Brot und Brötchen problemlos ohne Einwegverpackung kaufen. Sogar im Discounter ist das Einkaufen mit einem Brotbeutel aus Baumwolle normalerweise einwandfrei möglich. Sowohl im normalen Supermarkt als auch beim Bäcker sind die Mitarbeiter_innen daran gewöhnt, dass Leute ihre eigenen Beutel mitbringen – es ist also nichts Ungewöhnliches.

4. Brotdose und Kaffeebecher

Auch unterwegs ist Müllvermeidung sehr gut umsetzbar: Trinkflaschen zum Wiederauffüllen sowie eigene Coffee-to-go-Becher sollten selbstverständlich sein. Es ist jedoch auch möglich, ein belegtes Brötchen beim Bäcker um die Ecke, statt in einer Tüte mit der eigenen Dose zu kaufen oder wenn man es direkt essen möchte einfach auf die Hand. Das spart nicht nur Müll ein, sondern schützt auch das Frühstückt vorm Quetschen in der Tasche.

5. Aufschnittdosen

In immer mehr normalen Supermärkten kann man Aufschnitt mit eigener Dose kaufen, statt es sich in dreifache Verpackung einwickeln zu lassen. Die Dosen werden dann mit einem Tablett hinter die Theke genommen und dort befüllt, da sie aus hygienischen Gründen den Bereich auf und hinter der Theke nicht berühren dürfen. Dies ist jedoch keineswegs zeitaufwändiger als die Einwegverpackungen aus Plastik- es gibt also keinen Grund, keine eigene Dose mitzunehmen.

6. Teesieb und French Press

Für die müllfreie Zubereitung leckerer Heißgetränke gibt es zahlreiche Möglichkeiten. Tee lässt sich wunderbar im Sieb oder im wiederverwendbaren Teenetz kochen. Für Kaffee sind die Optionen wohl noch zahlreicher: French Press-Kannen sind super handlich und eignen sich perfekt für die Zubereitung kleiner Mengen Kaffee. Siebträgermaschinen kommen auch in der Gastronomie zum Einsatz und sind für Zuhause eine gute Alternative zu Kapselmaschinen. Espressokannen sind ebenfalls müllfrei und dazu noch sehr schick und retro-cool. Außerdem gibt es wiederverwendbare Kaffeefilter, die auf die Dauer deutlich günstiger sind als Einwegfilter.
Kaffee und Tee kann man perfekt unverpackt kaufen und in allen möglichen Behältern lagern. Außerdem ist selbstgemachte Hafermilch eine Alternative zur Kuhmilch, die es sich lohnt auszuprobieren!

7. Selber pflanzen

Natürlich steht nicht überall Platz zur Verfügung, um Obst oder Gemüse selber anbauen zu können. Wofür jedoch überall genug Platz ist, sind Kräuter, die im Topf auf einer Fensterbank problemlos wachsen können, statt sie im Supermarkt in Plastik verpackt kaufen zu müssen. Die Erfahrung zeigt, dass dafür nicht einmal ein grüner Daumen erforderlich ist. Auch einige Sorten Gemüse brauchen kaum Platz und lassen sich auf dem Balkon oder sogar in der Küche züchten (wir erinnern uns an „Experimente“ mit Kresse und Bohnen in der Schule.)

8. „MHD läuft ab“-Kisten im Supermarkt

In vielen Supermärkten gibt es im Kühlregal Kisten mit Lebensmitteln, deren Mindesthaltbarkeitsdatum in den nächsten Tagen abläuft. Diese Lebensmittel werden deshalb deutlich reduziert verkauft und können so vorm Wegwerfen bewahrt werden. Joghurt, Käse, Milch und so weiter sind dann zwar meistens in Plastik verpackt – doch zumindest kann die Verschwendung von Lebensmitteln ein kleines bisschen verhindert werden.

9. Klamottentausch

Gerade Kleidung ist eine Sache, die vermehrt zum Wegwerfprodukt wird, und das, obwohl sie häufig unbeschädigt ist und definitiv noch tragbar wäre. Abgesehen von der Option, Kleidung an lokale Hilfsorganisationen zu spenden, besteht immer die Möglichkeit, sie an Bekannte oder Freund_innen weiter zu verschenken sowie zu tauschen. Häufig gibt es organisierte Kleidertauschbörsen, zu denen alle Teilnehmer_innen Klamotten mitbringen, die nicht mehr getragen werden, und sich davon bei jemand anderem etwas aussuchen können.

10. Gebraucht kaufen und leihen

Häufig benutzen wir Gegenstände oder Kleidung für besondere Anlässe nur sehr selten. Da ist leihen oder gebraucht kaufen auf jeden Fall eine Option, die das Klima und den eigenen Geldbeutel schont. Dinge wie Bücher, Campingausrüstung, Abendgarderobe sowie Schuhe, Babykleidung, DVDs, Elektrogeräte wie Raclette, Fondue oder Sandwichmaker – die Liste möglicher Beispiele ist endlos und umfasst (mindestens!) alles, was man nicht ständig oder dauerhaft braucht. Es lohnt sich also immer, mal im Freundes- oder Bekanntenkreis nachzufragen. Viele Dinge kann man sich auch in einer Haus- oder Wohngemeinschaft oder sogar mit Nachbarn teilen.

11. Alternativen suchen und Konsum überdenken

Grundsätzlich sollte man sich insbesondere bei der Anschaffung von Gebrauchsgütern immer fragen, ob man sie wirklich benötigt – was oft einfach nicht der Fall ist. Die nachhaltigste, müllvermeidenste und somit klimafreundlichste Alternative ist es, die Dinge zu benutzen, die man bereits besitzt. Mal ehrlich, eigentlich haben wir sowieso alle viel zu viele Dinge, die wir eigentlich nicht brauchen. Jede Neuanschaffung bedeutet Konsum, und der ist häufig schlichtweg vermeidbar und sollte von jedem Einzelnen nach bestem Wissen und Gewissen überdacht und in Frage gestellt werden.

Zu guter Letzt

Plastik- bzw. müllreduziert leben macht Spaß (und ein gutes Gewissen). Außerdem ist es schlichtweg unerlässlich, und auch ohne Unverpacktladen in der Nähe, großen Mehraufwand oder zusätzliche Kosten umsetzbar. Somit gibt es keinen Grund, weiterhin Plastik zu verschwenden!