Sonderbericht über Klimawandel und Landsysteme – Ein Kommentar

Der Weltklimarat hat am 8. August 2019 den Sonderbericht über Klimawandel und Landsysteme veröffentlicht. Der Bericht führt uns schonungslos vor Augen, dass unser derzeitiger Lebensstil keine Zukunft hat.

Unsere globale Landwirtschaft ist für einen Großteil der Treibhausgase verantwortlich. Der immer weiter ansteigende Fleischverzehr führt dazu, dass bereits 80 % der landwirtschaftlich genutzten Fläche für die Produktion von Tierfutter verbraucht werden. In den südamerikanischen Staaten werden immer mehr schützenswerte Regenwälder für den Anbau von häufig genmanipuliertem Futtersoja vernichtet.

Weiterhin kommt hinzu, dass großen Mengen an Lebensmitteln im Müll landen. In den westlichen Industrienationen werden die meisten Lebensmittel im Handel, der Gastronomie und bei den Konsumenten verschwendet, wohingegen in den Entwicklungsländern die produzierten landwirtschaftlichen Erzeugnisse häufig direkt nach der Ernte verfaulen, weil entsprechende Lagerungsmöglichkeiten fehlen und die Infrastruktur nicht vorhanden ist, die Erzeugnisse zum Verbraucher zu bringen.

Die konventionelle Landwirtschaft wird stark subventioniert, damit die landwirtschaftlichen Produkte auf dem Weltmarkt eine Chance haben. Bei der Produktionen treten immer häufiger schwere Verstöße gegen Umweltauflagen und den Tierschutz auf. Die Massentierhaltung produziert viel zu viel Gülle, die auf die Felder gebracht werden muss. Hohe Nitratbelastungen der Böden und des Grundwassers sind die Folge. Etwaige Folgekosten, wie die Reinigung des Trinkwassers, werden auf den Steuerzahler abgewälzt.

Hier muss ein grundsätzliches Umdenken stattfinden. Sämtliche Kosten müssen an den Verbraucher weitergegeben werden. Dann wäre es vorbei mit billigem Fleisch aus Massentierhaltung, billigem Gemüse aus Italien und Spanien, um nur einige Beispiele zu nennen.

Ein Umschwenken auf die ökologische Landwirtschaft und eine starke Reduktion der Lebensmittelverschwendung werden in dem Bericht vorgeschlagen, und zwar weltweit.

Wenn aber die Politik nicht reagiert, liegt es an uns Verbrauchern, wie produziert wird. Beim Einkaufen und Konsumieren haben wir die Macht. Je mehr Menschen ökologische Lebensmittel kaufen, je mehr Menschen auf tierische Produkte verzichten oder sie zumindest reduzieren, desto eher findet ein Umdenken bei den Erzeugern statt. Nutzen wir doch einfach diese Chance.

Das vollständige Dokument kann unter

https://www.de-ipcc.de/254.php

gelesen werden. Die deutsche Übersetzung der Hauptaussagen sind unter

https://www.de-ipcc.de/media/content/Hauptaussagen_SRCCL.pdf

zu finden.